Basis:
Nicht jeder Autokäufer ist ein Kfz-Fachmann und daher habe ich hier einige Punkte zusammengestellt, die euch auch als "Laien" beim Autokauf helfen sollen.
Besichtigung:
Egal ob ihr euer "Traumauto" in einer Zeitungsanzeige, im Automagazin, im Internet oder durch abklappern der Autohändler in eurer Umgebung entdeckt haben, es ist nicht dasselbe wie der Kauf einer neuen Waschmaschine.
Daher ist es wichtig, das Fahrzeug etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Optimal ist natürlich, wenn ihr einen Freund oder Bekanten habt, der sich mit der Materie auskennt, aber leider ist nicht jeder in dieser glücklichen Lage. Behalten Sie bei aller Euphorie jedoch stets einen kühlen Kopf!!!!
Der Ort:
Wenn ihr das Fahrzeug bei einem niedergelassenen Händler besichtigen wollt, ist der Ort der Besichtigung generell der Sitz der Niederlassung, wo das Fahrzeug angeboten wird. Sollte das Treffen jedoch an einem anderen Ort stattfinden, ist ein wenig Vorsicht durchaus angebracht. Vermeidet auf jeden Fall(egal ob bei Händlern oder Privatverkäufern) Treffpunkte wie abgelegene, menschenleere Gegenden, Tiefgaragen, Parkhäuser und ähnliche Orte. Seriöse Händler und Privatverkäufer werden in der Regel nie ein solches Ansinnen haben. Schaut gegebenenfalls vorher auf den Stadtplan und nehmt möglichst kein Bargeld mit.
Der Termin:
Nehmt Kontakt zum Verkäufer auf und vereinbart einen Termin zur Besichtigung. Plant dafür genügend Zeit ein und spreche das mit dem Verkäufer ab. Wähle immer einen Termin bei Tageslicht, denn Kunstlicht verfälscht den optischen Eindruck.
Die Unterlagen:
Informiert den Verkäufer beim Gespräch darüber, daß er alle relevanten Unterlagen wie Kfz-Brief und- Schein, ASU und TÜV-Berichte, Reparatur-, Inspektions- und Wartungsunterlagen(falls vorhanden) parat hat.
Die Probefahrt:
Kläre mit dem Verkäufer, daß ihr eine Probefahrt mit dem Fahrzeug machen wollt. Worauf ihr bei der Probefahrt achten solltest, wird später noch genauer erläutert.
Die Kfz-Prüfung:
Um das Fahrzeug richtig in Augenschein zu nehmen, kann man sich nicht nur auf den äußeren Eindruck verlassen. Daher ist es notwendig, das Fahrzeug auch von unten zu begutachten. Das erfordert entweder eine Hebebühne oder eine "Grube", um eventuelle Schäden am Unterboden, Bremsschläuchen, Auspuff und anderen technischen Einrichtungen zu überprüfen. Bei Händlern dürfte dieses normalerweise kein Problem sein. Bei Privatanbietern sollte man schauen, ob es eine Möglichkeit in der näheren Umgebung (Do-it-your-self-Werkstatt) gibt.
Spreche mit dem Anbieter über eventuelle Möglichkeiten.
Taktik:
Ihr sollten möglichst nicht allein bei der Besichtigung sein. Zum einen sehen vier Augen mehr als zwei und zum anderen versuchen manche Verkäufer von Ihren Fragen abzulenken, auszuweichen oder euch zu irritieren. Andere wiederum versuchen euchunter Druck zu setzen mit Aussagen wie "ich habe schon mehrere Interessenten, wenn sie gleich zusagen, schließe ich den Kauf mit Ihnen ab"! oder ähnliche Sprüche.
Lasst außerdem den Verkäufer nie merken, daß ihr euch bereits auf das Fahrzeug festgelegt habt bzw. voll darauf fixiert seid. Dann habt ihr schon verloren und können keine Rabatte, zusätzliche Ausstattung oder Leistungen (Ölwechsel, neue Batterie, Radio, TÜV usw.) mehr aushandeln. Beide Parteien sollen doch schließlich zufrieden aus den Verhandlungen herausgehen.
Der erste Eindruck:
Der Termin, Ort und Modalitäten für eine Besichtigung sind mit dem Verkäufer geklärt (siehe Grundlagen). Jetzt geht es ans "Eingemachte"!! Prüfe das Fahrzeug, notiere alle "Mängel" und notiere auch mündliche Zusagen des Verkäufers, um diese später im Kaufvertrag schriftlich festzuhalten und zu fixieren.
Die Karosserie:
Zunächst überprüfe das Fahrzeug von aussen auf eventuelle Korrosion (Rostschäden). Manches ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen und daher sind gute Lichtverhältnisse wichtig. Eine mitgebrachte Taschenlampe kann jetzt oder später (Unterseite des Kfz) gute Dienste leisten. Achte auf Farbunterschiede, Lackspritzer oder Lackreste an Fenster- und Türengummis, Stoßstangen usw. Ein gutes Hilfsmitten gespachtelte stellen zu finden ist ein Magnetstreifen. Funktioniert allerdings nur auf Stahlblech. Ist dort gespachtelt, hält der streifen nicht.
Die Beleuchtung:
Die Funktionsfähigkeit der Beleuchtung wird später erklärt (Innenraum). Hier geht es nur darum festzustellen, ob die Reflektoren weder angerostet noch angelaufen sind (dieses würde auf Feuchtigkeit und undichte Gummis schließen). Außerdem sollten die Scheinwerfer nicht von innen beschlagen sein.
Die Scheiben:
Als nächstes prüfe die Scheiben (Windschutzscheibe, Heckscheibe und Seitenfenster) auf Risse und Sprünge (Spinnennetz-Effekt). Schäden werden eventuell vom TÜV beanstandet bzw. können die Sicht bei Nacht beeinträchtigen. Überprüfe auch gleich, ob die Dichtungen porös sind. Weitere Hinweise unter "Die Türen".
Die Türen:
Hier kommen wir zu den beweglichen Teilen des Fahrzeugs. Türen, Heck-oder Kofferraumklappe und Motorhaube gehören ebenfalls zu den rostanfälligen Teilen. Überprüfe diese daher unter den gleichen Aspekten wie bei der Karosserie. Außerdem sollten diese Teile gut schließen. Prüfe auch hier, ob die Dichtungsgummis eventuell porös sind. Darüber hinaus können ungleichmäßige Fugen zwischen den Teilen auf einen eventuellen Unfall hinweisen (verzogen). Ungleiche Spaltmaße und Farbunterschiede sind aus der Nähe schlecht zu sehen. gehe also ein Stück zurück, und betrachte das Fahrzeug aus einiger Entfernung. Hebe im Kofferraum auch den Teppichboden an und überprüfen den Innenraum darunter (Reserverad). Aus eigener Erfahrung bei nicht nur einer Autobesichtigung ist mir bekannt, daß es dort zu Wasseransammlungen kommen kann.
Tipp: Wenn ihr unsicher seid, schlagt dem Verkäufer eine Fahrt durch die Waschanlage (auf Eure!!! Kosten) vor, um danach undichte Stellen zu erkunden. Diese Kosten liegen mit Sicherheit weit unter den Kosten für spätere, eigene Reparaturen.
Die Reifen:
Im Gegensatz zu einem abgelaufenen Paar Schuhen hängt vom Zustand der Reifen eure persönliche Sicherheit ab. Ein geplatzter Reifen während der Fahrt ist wohl etwas, worauf jeder Autofahrer verzichten kann.
Prüft darum als erstes, ob die Reifen (auch der Ersatzreifen und eventuelle Zusatzreifen) Risse im Gummi oder Gewebe aufweisen. Dann prüft die Profiltiefe. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 mm. Wenn die Profiltiefe nur knapp über diesem Mindestmass liegt, sind in nächster Zeit neue Reifen fällig. Das solltet ihr beim Kaufpreis berücksichtigen. Prüft nicht nur an einer Stelle des einzelnen Reifens, sondern an mehreren, denn ungleichmäßig abgefahrene Reifen weisen auf eine Unwucht oder eine verzogene Spur hin.
Danach prüft die Reifengröße (seitlich im Gummi hervorgehoben) und vergleicht diese mit den Angaben im Fahrzeugschein. Sollten diese Angaben abweichen, muß generell eine gesonderte Betriebserlaubnis (ABE) dafür (vom TÜV) vorhanden sein.
Der Innenraum:
Bevor wir zu den technischen Dingen kommen, widmen wir uns jetzt der "Wohnstube" des Autos.
Die Sitze:
Zuerst prüft hier die "Möbel". Schonbezüge sind vielleicht optisch ganz schön, aber sie sagen nichts über den Zustand der Sitze aus. Schaut euch daher ruhig die Original-Sitze an, indem ihr die Schonbezüge abnehmen lasst. Setzet euch auf jeden einzelnen Sitzplatz, um festzustellen ob diese bereits "durchgesessen" sind. Darüber hinaus prüft, ob die Sitze fest installiert sind und ob diese sich ohne Probleme verstellen lassen. Lockere und durchgesessene Sitze lassen auf ein vielbenutztes Fahrzeug schließen.
Der Fußboden:
Feuchtigkeit kann nicht nur von oben oder seitlich sondern auch von unten eindringen. Tastet daher den Boden ab, eventuelle lose aufgelegte Gummi- oder Textilmatten müssen gegebenenfalls vorher entfernt werden. Solltet ihr auf feuchte Stellen stoßen, so kann dieses auf ein Loch im Boden hinweisen. Weitere Hinweise findet ihr "In der Grube".
Die Gurte:
Die Airbags kann man sicher nicht überprüfen, aber die Sicherheitsgurte schon. Legt die Gurte einzeln an und überprüfe diese, ob sie gewellt, ausgefranst oder sonstwie beschädigt sind. Wenn sich die Gurte nach dem ablegen nicht automatisch aufrollen, läßt dieses auf Verschleiß oder einen Defekt schließen.
Die Elektrik:
Hier prüft von der Armaturenbeleuchtung bis zur Zentralveriegelung alles auf Funktionalität. Dazu gehören auch Blinker, Bremslicht, Gebläse, elektrische Fensterheber, Scheinwerfer, Nebelleuchte, Nebelscheinwerfer, Schiebedach, Klima-Anlage, elektrisch verstellbare Außenspiegel, usw. Manches läßt sich erst nach der Probefahrt prüfen(z.B. Heizung). Prüfet auch die entsprechenden Kontroll-Lampen für die Feststellbremse oder die Anzeige, das eine Tür nicht richtig geschlossen ist. Diese Prüfung ist von Fahrzeug zu Fahrzeug entsprechend der Ausstattung variabel..
Die Ausstattung:
Manche Verkäufer werben mit hochwertiger Ausstattung und/oder Zusatzausstattung. Prüfe anhand der Anzeige, ob diese vorhanden ist. Notiert euch die Produkte (mit Namen und genauer Bezeichnung) und legt diese ebenfalls anhand der Notizen schriftlich im Kaufvertrag fest. Dadurch sichert ihr euch ab, daß diese Gegenstände nicht nachträglich durch minderwertige Ware ausgetauscht werden können.
Prüft als nächstes das Bordwerkzeug (Wagenheber, Kreuzschlüssel bzw. Radschraubenschlüssel, Steckschlüssel für den Zündkerzenwechsel, Maulschlüssel für die Batterieanschlüsse), Bedienungshandbuch, Reserverad und ob eventuell ein Verbandskasten und ein Warndreieck vorhanden sind.
Der Motorraum:
Niemand wird beim Fahrzeugkauf auf die Idee kommen den gesamten Motorblock oder das Getriebe zu zerlegen, aber einige Dinge lassen sich trotzdem überprüfen. Einige Prüfpunkte solltet ihr sowohl vor als auch nach der Probefahrt prüfen!!!
Die Optik:
Wenn ihr die Motorhaube öffnet und auf einen "klinisch reinen" Motorraum blickt, läßt das auf eine kürzlich vorgenommene Motorwäsche schließen. Dieses erweckt zwar beim Laien den Eindruck auf "gute Pflege", aber tatsächlich lassen sich dadurch Mängel wie undichte Stellen nicht mehr erkennen. Eine gewisse Skepsis ist dann durchaus angebracht.
Die Anschlüsse:
Prüfet alle Leitungen wie Zündkabel, Schläuche und Anschlüsse auf Flüssigkeitsaustritt oder Porösität bzw. Bruchstellen.
Das Öl:
Um festzustellen, wann der letzte Ölwechsel stattgefunden hat, fragt nach dem Zeitpunkt des letzten Ölwechsels. Prüft die Angaben vom Ölwechselanhänger und dem tatsächlichen Kilometerstand. Dieses sollte eine gewisse Übereinstimmung zeigen. Sollte sich ein solcher Anhänger nicht finden lassen, schließt das auf einen Ölwechsel von einer Privatperson. Lasst euch dann den Zeitpunkt des Ölwechsels und den Kilometerstand im Kaufvertrag bestätigen. Kontrolliere den Ölstand und prüfe auch die Farbe (je dunkler, desto älter).
Der Motor:
Wie eingangs beschrieben wird niemand den Motor auseinandernehmen wollen und so ist es recht schwierig, Mängel festzustellen. Trotzdem kann man auch hier etwas prüfen. Wenn ihr den Einfülldeckel für das Öl abschraubt und ins Innere des Deckels schauen, dürfen sich dort keine weißlichen Ablagerungen gebildet haben. Sollte dort eine weiße Schleimschicht vorhanden sein könnt ihr fast davon ausgehen, daß die Ursache dafür eine defekte Zylinderkopfdichtung ist. Aus eigener schmerzlicher Erfahrung weiß ich, das es sich dabei nicht um Pfennigbeträge handelt, sondern die Kosten im vierstelligen Bereich liegen und sich dann eine Austauschmaschine eher rechnet.
Vergleicht auch die Fahrzeugidentifizierungsnummer mit den Nummern am Motor und Fahrgestell und notiert euch diese. Sollten Sie das Fahrzeug an einem anderen Tag abholen, vergleiche diese nochmals mit den Notizen auf Übereinstimmung. Ihr vermeiden damit, das man euch ein eventuell minderwertiges Produkt (z.B. Motor) ausliefert. Wenn ihr Zweifel am rechtmäßigen Verkauf des Fahrzeugs haben oder meint, es könnte sich um ein gestohlenes Fahrzeug handeln, wendt euch an Ihre nächstgelegene Polizeistation. Dort kann man dieses anhand der Nummer sehr schnell feststellen.
Die Bremsen:
Die Bremsen werden zwar später noch behandelt, aber eine Kontrolle der Bremsflüssigkeit kann man schon jetzt vornehmen. Sollte sich der Bremsflüssigkeitspegel unter der Markierung befinden, so kann auch hier ein Defekt in Form von undichten Bremsschläuchen vorliegen.
Der Kühler:
Schraube beim Kühler den Einfülldeckel für Wasser/Kühlflüssigkeit ab. Die Kühlflüssigkeit sollte weder einen Ölfilm haben noch rostig wirken. Undichte Stellen werden meist erst nach der Probefahrt entdeckt, wenn man sich das Fahrzeug von unten betrachtet.
Die Batterie:
Prüfe bei der Batterie, ob die Pole korridiert (Salzig Weiss) sind. Außerdem stelle auch fest, wie alt die Batterie ist. Eventuell steht bei einem Alter von mehr als 4 - 6 Jahren demnächst eine Neuanschaffung ins Haus, denn der nächste Winter kommt bestimmt.
Der Zahnriemen:
Der Zahnriemen muss in bestimmten Intervallen erneuert werden. Entscheidend ist die Laufleistung (Kilometerstand) und das Alter. Diese Intervalle sind von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich und werden vom Hersteller vorgegeben (alle 40.000 Km oder anderslautend). Erkundigt euch auf jeden Fall beim Verkäufer, ob und wenn ja, wann der letzte Wechsel erfolgt ist. Lasst euch das auch im Kaufvertrag bestätigen. Ein reißen des Zahnriemens während der Fahrt kann zu Motortotalschäden führen!!
Eine Steuerkette ist da wesendlich unempfindlicher.
Die Probefahrt:
Bisher habt ihr das Fahrzeug im "ruhenden" Zustand geprüft. Einige Mängel lassen sich allerdings erst bei einer Probefahrt feststellen, andere erst danach auf der Bühne/Grube. Plant für die Probefahrt ausreichend Zeit (30- 45 Minuten) ein und spreche das mit dem Händler ab. Wichtig ist, daß ihr das Fahrzeug bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten testet. Eine reine Fahrt im Stadtverkehr gibt keine Auskunft über bestimmte Mängel, da diese erst bei höheren Geschwindigkeiten auftreten können. Schaut vorher auf den Stadtplan und sucht geeignete Strecken (Landstrassen, Autobahn).
Der Start:
Wenn Sie die Zündung einschalten, schaut zunächst auf die Temperaturanzeige. Sollte der Motor bereits Betriebstemperatur haben, gibt es mehrere Gründe dafür. Hier zwei Beispiele. Ein anderer Interessent hat den Wagen kurz vor euch probegefahren. Dann solltet ihr hellhörig werden, denn dann stellt sich die Frage, warum er sich nicht zum Kauf entschlossen hat(Hat er eventuell Mängel festgestellt, die euch verborgen sind oder bleiben?). Vielleicht hat aber auch der Verkäufer den Wagen "warm" gefahren, um Mängel zu verdecken? Fragt den Verkäufer nach dem Grund und zieht bitte eure eigenen Schlüsse daraus!!
Ansonsten sollte der Motor im kalten Zustand ohne Probleme anspringen und sich beim gasgeben nicht "verschlucken".
Die Geräusche:
Achtet darauf, daß der Motor bereits im Leerlauf "rund" läuft. Außerdem auch auf eventuelle Nebengeräusche (Klopfen). Wenn sich auf dem Armaturenbrett ein Drehzahlmesser befindet, solltet ihr auf etwaige Schwankungen bei der Drehzahl achten. Wenn es sich nicht um euren ersten Autokauf handelt, könnt ihr eventuelle Schwankungen auch hören. Schon jetzt könnt ihr auch die Lautstärke der Auspuffanlage prüfen. Dreht auch mal das Fenster herunter, denn die Geräusche wirken im Fahrzeug selbst immer etwas gedämpfter. Macht das auch während der Fahrt und achtet auch hier auf Geräusche.
Die Kupplung:
Um den Zustand der Kupplung festzustellen, leget bei gezogener Handbremse den dritten Gang ein. Lasst jetzt die Kupplung "kommen" und geben Gas, um anzufahren. Bei einer intakten Kupplung "würgt" der Motor ab, daß heißt er geht aus.
Die Bremsen:
Um die Bremsen zu testen, solltet ihr euch einen Ort suchen, an dem ihr den Test ungestört, ohne den fließenden Verkehr zu behindern bzw. zu gefährden, durchführen können. Führt diesen Test bitte bei niedriger Geschwindigkeit durch. Haltet während des Bremsvorgangs das Lenkrad locker (aber so, daß ihr jederzeit eingreifen könnt!!!). Das Fahrzeug sollte während des Bremsvorgangs die Spur halten und die Bremsen sollten gleichmäßig ansprechen. Andernfalls können die Bremsen defekt sein. Eventuell kann es aber auch an einer defekten Radaufhängung liegen. Wenn ihr mehrfach auf das Bremspedal treten müsst (pumpen) befindet sich wahrscheinlich Luft in der Bremsanlage. Auch ein langer Pedalweg spricht nicht gerade für ein intaktes Bremssystem.
Um den Zustand der Handbremse zu prüfen, sucht man sich einen Platz mit Gefälle (z.B. in einem Parkhaus oder abschüssige Straßen). Tretet auf die Bremse und zieht die Handbremse langsam (Klick für Klick) an. Prüfe z.b. durch vorsichtiges los lassen der Pedalbremse nach jedem Klick, ob die Handbremse greift. Normal ist drei bis vier Klicks. Beachtet immer einen Sicherheitsabstand zu anderen Fahrzeugen und achtet auf eventuellen Verkehr, damit ihr euch und Andere nicht gefährdet.
Die Lenkung:
Weder beim Bremsvorgang noch bei der normalen Fahrt sollte der Wagen nach rechts oder links ziehen. Auch hier während der Fahrt bei niedriger Geschwindigkeit das Lenkrad kurz locker lassen (aber so, daß ihr jederzeit eingreifen könnt!!!). Sollte das Fahrzeug nach einer Seite "ausbrechen", stimmt entweder die Spur nicht oder die Räder sind nicht richtig ausgewuchtet. Achtet während der Probefahrt auch auf eventuelle Vibrationen am Lenkrad. Diese treten meist erst ab einer Geschwindigkeit von 80 - 90 Kmh auf. Auch hier liegt es vermutlich an einer "Unwucht" der Räder oder einer verzogenen Spur.
Der Auspuff:
Achtet beim Start und bei der Fahrt auch auf die Abgasentwicklung. Wenn aus dem Auspuff bläulicher Rauch kommt, so kann das auf einen stark beanspruchten, bzw. im Extremfall verschlissenen Motor hindeuten.
Das Getriebe:
Das Getriebe sollte sich beim Schalten leicht und geräuschlos verhalten. Auch beim schnellen Schalten vom 1. in den 2. Gang, sollte es nicht kratzen. Der Schalthebel sollt nicht lokker herumeinern, sondern seine Führung sollte sich straff anfühlen.
Sonstiges:
Fahrt bei niedriger Geschwindigkeit und voll eingeschlagenem Lenkrad einige Kreise in beiden Richtungen (sucht dafür möglichst eine Asphalt-Straße aus, denn auf Kies, Sand oder Kopfsteinpflaster hört ihr das nicht unbedingt!). Eventuell auftretende "Knackgeräusche" deuten auf eine schadhafte Antriebswelle oder defekte Radlager hin.
Von Unten:
Nach der Probefahrt kommen wir zum "Untergrund". Nachdem das Fahrzeug hoffentlich nicht nur "einmal um den Block gefahren" sondern etwas länger beansprucht wurde, gibt die Fahrzeug-Ansicht von unten weitere Aufschlüsse über den aktuellen Zustand.
Vorsicht ist jedoch geboten, da einige Teile heiß sind und somit Verbrennungsgefahr beim Berühren mit den bloßen Händen besteht. Ein paar alte Gartenhandschuhe oder ein fester Lappen sind hier neben einer Taschenlampe sehr hilfreich.
Der Unterboden:
Wenn der Unterbodenschutz vollkommen neu ist oder unterschiedliche Färbungen (ausgebesserte Stellen) aufweist, kann der Verkäufer hier versucht haben, einige Mängel zu verstecken oder zu kaschieren. Bei solchen "kosmetischen" Eingriffen ist immer Vorsicht geboten!!! Achtet auch auf eventuelle Schweiß-Stellen. Im Zweifel zieht hier einen Fachmann zu Rate, denn für einen Laien ist die Tragweite solcher Arbeiten nicht zu erkennen.
Getriebe/Motor:
Achtet bei Motor,Getriebe und Differential auf Öltropfen. Auch bei der Verbindung zwischen diesen Teilen.
Der Auspuff :
Überprüfe die Auspuffanlage von vorn bis hinten auf Korrosion und eventuelle Löcher im Auspufftopf.
Die Leitungen:
Schaue bei allen Leitungen und Schläuchen auf Feuchtigkeit oder Flüssigkeitsaustritt. Dazu gehören die Kraftstoff- und Bremsleitungen, aber auch bei den Stoßdämpfern und der Ölwanne sollte man prüfen. Auch Gummimanschetten sollte man auf Verschleiß prüfen.
Sonstiges:
Wenn das Fahrzeug auf der Bühne ist, ist das noch eine gute Gelegenheit Türenunterseiten, Radkästen usw. auf Korrosion zu prüfen. Wer bereits etwas mehr Erfahrung beim Autokauf hat, kann auch noch die Bremsbelege prüfen.
Der Verkäufer:
Verschafft euch bei den "Untersuchungen" auch einen Eindruck des Verkäufers. Wirkt er bei Fragen ausweichend, hektisch, genervt oder gelassen? Beantwortet er die Fragen zufriedenstellend? Versucht er euch zu drängen?
ADAC
Eine vor allem bei teureren Fahrzeugen anzuwendende Methode ist die zusammenarbeit mit dem ADAC. Da kennt man sich aus.
Einen Gebrauchtwagencheck zu fordern wird einen der was zu verbergen hat sofort nervös machen. Diese Check kostet so um die 100 Euro ist sein Geld aber allemal wert. Auch TÜV und Dekra bieten so was an.
Gebrauchtwagen von größeren Händlern sind meist teurer aber auch besser als von kleinen oder Privat. Allein schon weil diese einen Ruf zu verliern haben, und weil die seriösen Händler sich nicht versuchen aus der Gewährleistung zu stehlen, indem sie z.B. im "Kundenauftrag" verkaufen.